5. November 2009
Interview mit Philipp Adlung, Direktor des Beethoven-Hauses
GA: Neben dem Beethoven-Haus kümmern sich noch andere Einrichtungen um das Werk des Komponisten: Das Beethovenfest, die Beethoven Competition der Telekom etwa. Wie wollen Sie sich da künftig einbringen?
Adlung: Ich bin sehr dafür, dass wir in Bonn zusammenrücken. Die Beethoven-Szene hier ist ja einigermaßen zersplittert. Es wäre gut, wenn es gelänge, uns ein gemeinsames Gesicht zu geben.
GA: Befürworten Sie das geplante Beethoven Festspielhaus?
Adlung: In jedem Fall und ohne Einschränkung. Ich glaube aber, dass wir noch mehr deutlich machen müssen, dass es um viel mehr als die Zukunft des Beethovenfestes geht. Bonn muss sich als Musik- und Kulturstadt positiv entwickeln. Und da spielt die Musik eine Schlüsselrolle. Ohne ein modernes Konzerthaus können wir da schnell ins Abseits geraten. Jeder, der diese einmalige Chance in Frage stellt, muss wissen, dass damit mittelfristig auch die Musikstadt Bonn als Ganzes auf dem Spiel steht. Es geht also um die langfristige Perspektive und nicht nur um vier Wochen Party.
GA: Das Festspielhaus soll ja auch einen Kammermusiksaal erhalten. Wäre diese Konkurrenz für den Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses nicht ein Problem?
Adlung: Das glaube ich nicht. Aber wir müssten natürlich auf diese Situation reagieren. Für Bonn wäre es aber ganz wichtig, einen kleinen Saal mit 400 oder 600 Plätzen zu bekommen, wo auch Kammerorchester musizieren könnten. Das geht ja bei uns nicht. Unser Saal bleibt relativ konkurrenzlos bei Solokonzerten bis hin zum Streichquartett. Mit diesen drei Sälen hätten wir dann in Bonn ein Angebot, das auch international bestehen kann.
(General-Anzeiger Bonn, 5.11.2009; das gesamte Interview finden Sie hier)