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6. Januar 2010

Der Musikmanager Karsten Witt, der als Projektbeauftragter der Telekom Ende 2008 einen vorläufigen Businessplan vorgelegt hatte, sieht hier große Probleme auf Bonn zukommen. Seiner Ansicht wird es die Stadt kaum leisten können, beide Häuser, Beethovenhalle und Festspielhaus, zu unterhalten. Der Erhalt der Beethovenhalle würde den städtischen Haushalt pro Jahr mit mehr als zwei Millionen Euro belasten, fast doppelt so viel wie der immer wieder genannte Betrag von etwas mehr als eine Million Euro.

Witt weist zur Rechtfertigung dieser Ziffer darauf hin, dass die Betriebskosten nur ein Teil der
Summe sind, die Bonn alljährlich in die dann kaum noch zu bewirtschaftende Beethovenhalle pumpen müsste. Denn in diesem Betrag, der hauptsächlich für Wasser, Strom und Heizung aufgebracht werde, sei noch kein Cent für den Bauunterhalt enthalten. Eine seriöse Schätzung des jährlichen Finanzierungsaufwands für die Beethovenhalle müsse also deutlich höher ausfallen. "Das wären dann zwei Millionen Euro für nichts", sagt der in Hamburg geborene Musikmanager. "Wenn das WCCB und das Festspielhaus ihren Betrieb aufnehmen, hat die Beethovenhalle keine Funktion mehr", gibt Witt zu bedenken.

Für das Festspielhaus muss die Stadt Bann jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 4,6 Millionen Euro an die Betreiberstiftung zahlen. Eine Summe, die mittlerweile auch von Banns Stadtdirektor und Festspielbeauftragten Volker Kregel offiziell genannt wird. Sie setzt sich freilich ganz anders zusammen als der nur auf den technischen Betrieb ausgerichtete Posten für die Beethovenhalle. Enthalten seien darin 1,5 Millionen Euro für den technischen Betrieb des Festspielhauses, 1.5 Millionen Euro für den Bauerhalt sowie 1,6 Millionen für das Beethovenfest. "Mit 4,6 Millionen Euro können Festspielhaus und Beethovenfest finanziert werden", sagtWitt. Da die Stadt den Zuschuss für das Beethovenfest ab 2011 ohnehin auf 1,6 Millionen Euro erhöht, und der Finanzierungsbedarf für den technischen Betrieb und für den Bauerhalt der Beethovenhalle laut Witt bei mehr als zwei Millionen Euro anzusiedeln ist, käme man auf eine Gesamtsumme von etwas weniger als 3,6 Millionen Euro. Die Mehrkosten fürs Festspielhaus liegen demnach im Vergleich zur Beethovenhalle bei weniger als einee Millionen Euro. Wenn man beide Häuser zusammen betreibt, erhöht sich der städtische Zuschuss nach dieser Rechnung um fast drei Millionen Euro.

(...) Die 4,6 Millionen Euro seien eine feste Größe. "Wenn das Festspielhaus finanzielle Probleme hat, liegt das Risiko bei der Betreiberstiftung", erläutert Witt, "es gibt keinen Automatismus, dass die Stadt dann zahlen muss. " (General-Anzeiger Bonn, 6.01.2010)

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