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Ein Haus auch für junge Musikfans

Ludwig van B. hat Jugendliche befragt

Was denken Jugendliche eigentlich, wenn sie an klassische Musik und an ein neues Festspielhaus denken? Ludwig van B., das Netzwerk Schule und Kultur für musikalische Jugendarbeit in Bonn, hat in einer spontanen Umfrage an Bonner Schulen Meinungen gesammelt. Einen Auszug gibt es hier.

Wenn man vor 200 Jahren über Beethovens Musik abgestimmt hätte, gäb´s die heute nicht. (Elena)

Wir können es uns nicht leisten, in Zukunft auf die alte Beethovenhalle zu setzen, weder musikalisch noch finanziell. Musikalisch kann sie nicht mehr mithalten, und auch finanziell betrachtet wäre ihr Erhalt für die Stadt eine viel teurere Lösung, als Neubau und Betrieb durch eine nicht städtische Objektgesellschaft und Stiftung (Sebastian).

Wenn ich den Kölner Dom anschaue, dann weiß ich, dass mir hier die christliche Kirche von ihrer Bedeutung erzählen will. Wenn ich den Eifelturm anschaue, verstehe ich die Kühnheit des Zeitalters der Technik. In einer Epoche, in der die Welt zusammenrückt, wäre es wunderschön, auch ein Wahrzeichen für eine humane Kultur zu haben. (Alex)

Beethoven braucht keinen Denkmalschutz. Seine Musik hält jedem Vergleich mit heutiger Musik stand. Aber die alte Beethovenhalle sieht doch neben diesen neuen Modellen wie ein hässliches Entlein aus. (Hanna)

Von meinen Mitschülern kennt fast keiner Musik von Beethoven. Das muss sich doch ändern! (Leon)

Wenn man die Meisterwerke der Weltarchitektur von Mehrheiten abhängig gemacht hätte, gäbe es kein Einziges. Keinen Kölner Dom, kein Haus der Geschichte, keinen Telekom Dome und auch keine Beethovenhalle - da bin ich sicher. Sind unsere Politiker nicht gewählt, um so etwas selbst zu entscheiden? (Felix)

Das kann doch nicht wahr sein! Ein Geschenk von mehr als 100 Millionen Euro! Warum sollen wir das nicht nehmen? Nur um eine alte Halle, die nichts mehr taugt, zu erhalten? Und das kostet doch auch viele Millionen. (Denis)

Ich lerne in der Schule gerade, was Katalyse ist. Ein Katalysator für Bonn wäre dieses Festspielhaus - nicht nur für die schönste Musik der Welt, welche auch immer - sondern für die Attraktivität der ganzen Stadt. (Lukas)

Was uns diese wahnsinnige, wunderschöne, mitreißende, sinnliche, zu Herzen gehende Musik bedeutet, das sollte sich doch auch in solch einem Gehäuse ausdrücken. (Nico)

Ich finde die alte Halle eigentlich richtig hässlich. Wenn man unbedingt will, kann man ja ein paar denkmalgeschützte Teile in die neue Halle integrieren. (Martin)

Also, wenn ich von der andere Rheinseite rüberschaue sieht diese Kuppel nicht gerade wie ein Wahrzeichen für den Sieg der Kunst aus, sondern wie ein sich in die Stadtsilhouette duckendes Krematorium. (Sebastian)

Wir brauchen einen richtigen „Hingucker" - und auch einen „Hinhörer". (Andrea)

Ich verstehe diese ganze Diskussion aber eigentlich auch gar nicht! Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es nur darum, dass das Festspielhaus nachher ge- bzw. unterhalten werden muss. Aber das muss die Beethovenhalle doch auch. Wäre das so viel teurer als jetzt? Ich könnte mir eher vorstellen, dass das neue Festspielhaus leichter zu halten wäre, weil es interessanter für Veranstaltungen und Orchester wäre. (Christine)

Meiner Meinung nach wäre eine neue Philharmonie in Bonn eine enorme Bereicherung, die sowohl wichtigen kulturellen als auch sozialen Bedürfnissen nachkäme. Bonn ist Beethovens Geburtsstadt, und die Konzerthalle, welche die Stadt momentan repräsentiert, hat nur noch sentimentalen Wert. Selbst die Konzerthalle an der Interlochen Arts Academy, meiner Schule hier in den USA, bietet eine bessere Akustik. Dass zum jährlichen Beethovenfest renommierte, weltbekannte Musiker in Bonn gastieren, scheint mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Doch wie lange kann dieses hohe Niveau gehalten werden, wenn sich diese Musiker in unserer Konzerthalle unwohl fühlen? (Markus)

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